Leserbrief an die zm zum Artikel „Zahnmedizin in der Corona-Krise“

Gerne veröffentlichen wir einen Leserbrief des Berliner Zahnarztes Herrn Klaus-Peter Jurkat zu einem Artikel in der zm vom 01.05.2020:

Betrifft:

Was wir wissen und was vermutet wird
Zahnmedizin in der Corona-Krise
von Prof. Dr. Christoph Benz
u.a. Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer e.V.

 

Sehr geehrter Prof. Benz,

gerne möchte ich Ihrer Analyse trauen, aber der Glaube fehlt mir dennoch.

Ich versuche eine Einordung: Aus vielen, doch recht vagen Indizien kommen Sie zu dem Schluss, dass unsere zahnärztliche Behandlung für Team und Patient auch in Corona-Zeiten weitgehend sicher ist.

Ihr zentrales Argument ist dabei die Wuhan-Studie. Wesentlicher Inhalt der Veröffentlichung, und auch im Webinar der DGI, ist jedoch: Ausführliche Beschreibung des Hygienemanagements der Zahnklinik nach dem Shutdown in Wuhan: Nur noch Schmerzpatienten unter massiv verstärktem Hygienemanagements und damit auch starke Reduktion der effektiven Behandlungszeit und der Patientenzahlen (auf ein hundertstel). Hier wurden keine Infektionen der Behandler festgestellt. Zusätzliche Maßnahme war, wohl auch bis heute: Behandlungsverbot für alle Private Praxen! Das sollte nicht unerwähnt bleiben. Ihr eigentliches Argument bauen Sie jedoch auf einem Nebenaspekt der Studie auf: Die Zeit vor dem Logout in Wuhan. Für diese Zeit ist eine wissenschaftlich belastbare Datenlage nicht zu erkennen. Es liegen keine Daten zur Durchseuchung des Patientenguts vor; somit können auch keine Überschlagsrechnungen zum Infektionsrisiko des Personals gemacht werden. Es wird auch nicht dargelegt ob und wie die Behandler untersucht wurden. Hinzu kommt, dass für diese Zeit weder PCR- noch Antikörper-Tests zur Verfügung standen.

Kritisch sehe ich auch Ihre Argumentation zum Vergleich MNS/ FFP2, und hier muss ich etwas ausholen. Der ursprüngliche Einsatzort der FFP2 Masken ist die Industrie, hier geht es im Wesentlichem darum, die MAK- Werte bei Stäuben einzuhalten. Dort mag es ja sinnvoll sein die Innen-Leakage (nach EN 149) mit 11% zu akzeptieren. Hier stellt sich jedoch die Frage, ob das für Virenübertragungen ein akzeptabler Wert ist. Ein kleines Rechenbeispiel:

Eine übliche einstündige Behandlung mit FFP2 führt demnach zur selben ungefilterten Luftmenge, wie eine rund 6 minutige Behandlung ohne Maske (Nach dieser Logik könnten dann zackige Notfallbehandlungen ohne MNS/FFP2 durchgeführt werden!?). Das Hauptproblem dürfte jedoch sein, dass die EN 149 davon ausgeht, dass kein Gesichts-Leakage vorhanden ist, ansonsten ist von einer Schutzwirkung nicht mehr zu sprechen. Wie wird das in unseren Praxen validiert? An dieser Stelle sehe ich übrigens den Punkt aus unserem zahnärztlichen Dilemma herauszukommen: Es braucht praktisch zu handhabende Masken, mit perfekter Gesichtsabdichtung (eigentlich unser Gebiet, Stichwort: Dorsale Randabdämmung, ggf. individuell hergestellt).

Hinweisen möchte ich jedoch noch auf die diagnostische Unzulänglichkeit. Rund 50% der Virusübertragungen sollen im präsymptomatischem Stadium stattfinden. Praktisch wird es doch so sein, dass Patienten mit Husten, Fieber usw. gar nicht in der Praxis auftauchen werden. Wir werden also infektiöse Patienten zu 100% nicht erkennen. Auch hier sehe ich die weitgehende Lösung in perfekt sitzenden Masken. Insgesamt erscheint mir dieses kleine No-Leakage-Accessoire die einzige Möglichkeit, das breite Patientenvertrauen wieder zu gewinnen, vielleicht auch durch ein Zertifikat: Atemschutz? Das gleiche gilt natürlich für unsere ZFAs und besonders auch unsere ZMPs, die ja am riskantesten arbeiten. Mit Zahlenspielereien wird da nicht viel zu gewinnen sein. Erst dann wird der Begriff: „Hoher deutscher zahnärztlicher Hygienestandard“ wieder gerechtfertigt sein. Alles andere ist Katastrophen-Improvisation.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus-Peter Jurkat
Zahnarzt aus Berlin-Spandau

 

Hinweis:
https://www.unibw.de/lrt7/bericht_atemschutzmaske_unibw_lrt7_06_04_2020.pdf

62 Kommentare

  • Anonymous

    Zusammenfassung des RKI:

    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html

    U.a.: "20. Viruslast bei und Übertragung durch asymptomatische/präsymptomatische Infizierte

    Die Beiträge der asymptomatischen und präsymptomatischen Transmissionen spielen beim SARS-CoV-2-Infektionsgeschehen eine große Rolle. Das zeigt sich auch daran, dass die höchste Infektiosität am Tag vor dem Symptombeginn liegt (93)."

    Und:

    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Hygiene.html

    Das RKI zu den präventiven Maßnahmen im Umgang mit Aerosolen für das Personal:

    1. "Personal: Tragen von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) je nach Art und Umfang der Exposition. Bei Maßnahmen, die eine Freisetzung von Aerosolen induzieren, ist ein adäquater Atemschutz (FFP2 oder darüber hinausgehender Atemschutz) erforderlich."

     An dieser Stelle ignoriert der Kollege Benz das RKI – aufgrund welcher Erkenntnisse setzt er sich darüber hinweg?

  • Uwe Gerber

    Gerne veröffentlichen wir die heutige Antwort von Herrn Prof. Dr. Christoph Benz:

    Lieber Herr Kollege Jurkat,

    herzlichen Dank für Ihre Zeilen, auf die ich gerne antworten möchte:

    ad Wuhan sei nicht aussagekräftig

    Mich interessiert nicht, was in Wuhan nach dem 24. Januar passiert ist. Das war dann nicht mehr von Rationalität geprägt, sondern nur noch von Angst und Panik. Ältere Kollegen werden sich da vielleicht noch an die HIV-Hysterie in unseren Reihen 1986/87 erinnern. Mich interessiert vielmehr die Frage, wie sich unser Standardschutz unter Corona-Bedingungen schlägt. Dazu werden wir keine besseren und detaillierteren Informationen erhalten als aus der Publikation der Arbeitsgruppe von Zhuan Bian. Wenn diesem Mann erlaubt wird, in dem renommiertesten zahnärztlichen Journal Zahlen zu publizieren, dann sicher nicht, weil man in der chinesischen Führung von Fälschungen ausgeht. Fälschungen wären in kürzester Zeit mit den Erfahrungen in anderen Ländern widerlegt worden. Und genau das ist eben nicht passiert. Dies zeigen die Erfahrungen aus Italien, Korea und inzwischen auch aus NRW (keine ZFA, kein Zahnarzt in der Praxis infiziert). In NRW liegt der deutsche Hotspot Heinsberg.

    ad Masken sollten keine Nebenluft erlauben

    Ich habe FFP2-Masken (natürlich ohne Ausatemventil!) selbst länger ausprobiert und mit sehr vielen Kollegen gesprochen, die ebenfalls Erfahrungen gemacht haben. Dabei war niemand, der länger mit diesen Teilen arbeiten möchte. Wenn ich jetzt weiß, dass der klassische Mund-Nase-Schutz wissenschaftlich nicht schlechter abschneidet als eine FFP2-Maske, ist meine Entscheidung völlig klar. Wer mehr will, den wird niemand hindern, FFP2- oder gar individuell angeformte Masken zu tragen. Sinnvoll wäre dann aber ein Pulsoxymeter, damit man rechtzeitig gewarnt wird.

    Der Deutsche Arbeitskreises für Hygiene in der Zahnmedizin hat sich zu den notwendigen Schutzmaßnahmen am 20. April 2020 klar positioniert: http://dahz.org/wp-content/uploads/2020/04/DAHZ-Stellungnahme-Corona-20.04.2020.pdf

    Lieber Herr Jurkat, Sie haben Ihre Anfrage auf der IUZB-Seite veröffentlicht. Vielleicht könnten Sie dort auch meine Antwort präsentieren.

    Mit herzlichen Grüßen

    Christoph Benz

    • Anonymous

      Kein Wort zu den Vorgaben des RKI – warum nicht? Damit sollte man sich seriöserweise insbesondere in der Position als Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer explizit auseinandsersetzen! Sicher richtig ist, dass das Arbeiten mit FFP2 oder höher wg. des erhöhten Atemwiderstandes deutlich anstrengender ist – nur kann dieser Faktor nicht entscheidend sein für eine Infektionsprophylaxe in der Pandemie.

    • Uwe Gerber

      Lieber Herr Prof. Dr. Benz,

      sie schreiben:

      Aus den nicht wenigen Daten, die bisher verfügbar sind, lässt sich konstatieren, dass die Angehörigen zahnärztlicher Berufe sehr geringe Infektionsraten mit dem Coronavirus zeigen und damit deutlich unter der allgemeinen Bevölkerung liegen.

      Bleiben wir doch einfach mal in Deutschland. Von 83 Millionen Einwohnern sind ja laut JHU per heute erst 167.000 Menschen infiziert. Die Bilder aus Italien führten in D zu einem rechtzeitigen Lockdown, begleitet wurde dieser davon, dass Patienten zunehmend von sich aus auf eine Zahnbehandlung verzichtet haben. Die BZÄK selbst spricht von minus 50%.

      Das lässt die Schlussfolgerung zu, dass die Pandemie durch den rechtzeitigen Lockdown in Deutschland bisher insgesamt zurückgehalten werden konnte – so auch in den ZAPraxen.

      Wenn ich mir die Arbeit der Gesundheitsämter anschaue, dann habe ich sowohl in Deutschland, aber erst recht weltweit, Zweifel daran, ob bei jedem Infektionsfall (und nur der ist ja für die Praxen wichtig, nicht die Sterbefälle) der Beruf und die Infektionsquelle ermittelt wird/werden kann und in welchem Staus dieser ausgeübt wird. Zumal in Statistiken meiner Wahrnehmung nach der Beruf ZA und insbesondere ZFA normalerweise mit anderen gesundheitsdienstlichen Berufsgruppen zusammengefasst wird. Aber gerade eben wegen dieser Aerosol-/Maskendiskusion ist eine gezielte Datenerhebung für Zahnarztpraxen notwendig. 

      Falls dem bei dieser Pandemie nicht so ist, und Sie geben ja an, dass es nicht wenige Daten geben soll, so wäre es hilfreich,

      • wenn seitens der BZÄK bitte laufend auf ihrer Webseite das Datenmaterial veröffentlicht wird, aus welchem explizit ersichtlich ist, wie viele ZA und ZFA bisher mit dem Virus infiziert wurden.

      Diese Dauerveröffentlichung würde für die Diskussion sicher von Nutzen sein, weil sich so alle Berufsangehörigen selbst auch ein Bild machen können.

      • Hilfreich wäre es vielleicht auch, wenn die BZÄK das Angebot bietet, das Berufsangehörige anonym und freiwillig bei einer zahnärztlichen Universität online anzeigen könnten, wenn sie infiziert wurden. Damit der Wissenschaftsbereich des Berufssstandes dann auch wirklich zielgerichtet und verlässlich Daten über den Infektionsverlauf in den ZAPraxen erhält und den Entscheidungsträgern liefern kann.

      Herzliche Grüße

      Uwe Gerber

    • Anonymous

      Lieber Kollege Benz, niemand sollte diskreditiert werden, weil er anderer Meinung ist. Aber wer Blödsinn erzählt hat kein Recht darauf ernst genommen zu werden!

  • Anonymous

    Dann ist doch jetzt alles klar.!!!Oder????

  • Anonymous

    Weit übertrieben erscheint die Aussage des Kollegen Benz zur Nutzung eines Pulsoxymeters – auf welcher wissenschaftlichen Grundlage erfolgte diese? Oder ist hier nur reine Polemik im Spiel?

  • Anonymous

    "Mich interessiert nicht … " Hier wurden vom Kollegen Benz nicht ergebnisoffen alle relevanten Parameter betrachtet. Dieses führte zu einer eher emotionalen, ohne ausreichende wissenschaftliche Belege, geführten Betrachtungsweise. Möglicherweise stellt sich das Behauptete in späteren wissenschaftlichen Nachuntersuchungen als relevant heraus. Nur ist diese Betrachtungsweise in Anbetracht weltweit tausender infizierter und z.T. leider auch verstorbener Ärzte, Zahnärzte, Pflegepersonal und Mitarbeiterinnen nicht geeignet den Kollegen in der Praxis  Sicherheit zu geben. Mit dieser nicht wissenschaftlich ausreichend belegten Darstellung zur Sicherheit des MNS in Zeiten der Coronapandemie übernimmt sich der Kollege Benz erheblich. Die Verantwortung für die Gesundheit der Kollegen und deren Mitarbeiter in der Praxis steht an erster Stelle und wird mit einem solchen Statement seitens des Vizepräsidenten der BZÄK leichtfertig verspielt.

  • Anonymous

    Zum Nachlesen die Wuhan-Studie:

    https://www.nature.com/articles/s41368-020-0075-9

    Speziell zur Schutzausrüstung werden hier drei Level beschrieben:

    "Personal protective measures for the dental professionals

    At present, there is no specific guideline for the protection of dental professionals from 2019-nCoV infection in the dental clinics and hospitals. Although no dental professional has been reported to acquire 2019-nCoV infection to the date the paper was drafted, the last experience with the SARS coronavirus has shown vast numbers of acquired infection of medical professionals in hospital settings57. Since airborne droplet transmission of infection is considered as the main route of spread, particularly in dental clinics and hospitals, barrier-protection equipment, including protective eyewear, masks, gloves, caps, face shields, and protective outwear, is strongly recommended for all healthcare givers in the clinic/hospital settings during the epidemic period of 2019-nCoV.

    Based on the possibility of the spread of 2019-nCoV infection, three-level protective measures of the dental professionals are recommended for specific situations. (1) Primary protection (standard protection for staff in clinical settings). Wearing disposable working cap, disposable surgical mask, and working clothes (white coat), using protective goggles or face shield, and disposable latex gloves or nitrile gloves if necessary. (2) Secondary protection (advanced protection for dental professionals). Wearing disposable doctor cap, disposable surgical mask, protective goggles, face shield, and working clothes (white coat) with disposable isolation clothing or surgical clothes outside, and disposable latex gloves. (3) Tertiary protection (strengthened protection when contact patient with suspected or confirmed 2019-nCoV infection). Although a patient with 2019-nCoV infection is not expected to be treated in the dental clinic, in the unlikely event that this does occur, and the dental professional cannot avoid close contact, special protective outwear is needed. If protective outwear is not available, working clothes (white coat) with extra disposable protective clothing outside should be worn. In addition, disposable doctor cap, protective goggles, face shield, disposable surgical mask, disposable latex gloves, and impermeable shoe cover should be worn."

  • Anonymous

    Studie aus Dänemark:

    "In der Studie heißt es, selbst wenn ein infizierter Fußballer auf dem Platz stünde, würden sich andere Spieler über die gesamte Spieldauer im Schnitt nur eine Minute und 28 Sekunden in dessen Umgebung aufhalten. 15 Minuten am Stück gelten allerdings als Voraussetzung für eine Infektionsübertragung." 

    Also keine Behandlung mehr als 14 Min! – dann besteht kein Risiko … das ist doch Wasser auf die Mühlen vom Koll. Benz. Aber wie glaubwürdig ist das denn?

  • Anonymous

    Den Kollegen, die hier nur Panik verbreiten und Angst vor jedem Patienten haben, weil er ja potentiell infiziert sein kann empfehle ich, den Beruf zu wechseln und in Zukunft ohne Kontakt zu irgendwelchen Menschen zu arbeiten, denn dann ist das Risiko am geringsten, sich mit welchen Keimen auch immer zu infizieren. Das Risiko des Lebens beginnt mit der Geburt. Es geht immer um Wahrscheinlichkeiten – fahrt ihr auch mit dem Auto und fliegt mit dem Flugzeug? Oder wollen wir uns für immer zu Hause einschließen – aber bitte daran denken, dass zu Hause die meisten Menschen sterben…

    • Anonymous

      Als Patient hätte ich Angst vor Ihnen….

      MfG H.Dohmeier-de Haan

    • Anonymous

      Emotionales, realitätsfremdes Gedöns wie "Panik verbreiten" und die weiteren populistischen Hinweise sind weit weg von einer seriösen Umgehensweise mit der bestehenden Coronaproblematik. Was die Kollegen brauchen sind sachlich fundierte Hilfestellungen im täglichen Umgang, möglichst auf wissenschaftlicher Basis, für den besten Schutz ihrer Mitarbeiter/innen und für sich selbst. Auf die Fürsorgepflicht seitens des Arbeitgebers insbesondere für seine Mitarbeiter/innen sei hier nochmals ausdrücklich hingewiesen. Daher erscheint die vorsätzlich ignorante Umgehensweise u.a. obigen Kommentators gegenüber dem derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand und den Vorgaben des RKI bei entsprechender Infektionsproblematik auch strafrechtlich von möglicher Relevanz zu sein.  

    • Anonymous

      Einfach unreflektiert, nichtssagend und sachfremd. Was denkt so ein Kommentator? 

    • Anonymous

      Dieser Kommentar ist ein völlig untauglicher Versuch auf pöbelnder Basis, ohne jede wissenschaftliche Grundlage, Kritiker mundtot zu machen. Damit stellt sich dieser Kommentator selbst ins Abseits.

  • Anonymous

    Dazu aus dem Spiegel:

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/news-corona-wutbuerger-angela-merkel-robert-koch-institut-a-d30229bb-b30c-4309-a9c3-e717112fa97b

    Hier:

    Und dann ist da noch ein Referent aus Horst Seehofers Innenressort. Der verteilte in den letzten Tagen ein eigens verfasstes 80-Seiten-Papier mit Ministeriumsbriefkopf, in dem das Virus als "globaler Fehlalarm” verharmlost wird

    Ähnliche Verharmlosung wird gegen besseres Wissen – ein Gewissen scheint eher rudimentär vorganden – auch von unseren zahnärztlichen Funktionären betrieben.

  • Anonymous

    Während sich die weltweite Forschergemeinschaft noch die Zähne an dem Übertragungsweg covid-19 und Kinder ausbeißt, ist die Deutsche Bundeszahnärztekammer mit ihrer Metastudie bereits auf Nobelpreiskurs. Wer sind eigentlich die Autoren? 

    Ist die Studie schon auf einem preview-server oder gar schon im peer-review? 

    https://www.bzaek.de/berufsausuebung/sars-cov-2covid-19/risikomanagement.html#c10134

     

    „Einschätzung der Gefährdung

    Die Bundeszahnärztekammer sieht sich in der Verantwortung für die Gesundheit und das Wohlergehen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenso wie der Patientinnen und Patienten als auch der Zahnärztinnen und Zahnärzte in den zahnärztlichen Praxen.

    Dabei ist es ihr Anliegen, die Gefährdungslage bezüglich Corona-Infektionen realistisch einzuschätzen.

    Die vorliegenden Informationen aus Wuhan (China), Italien und Südkorea deuten darauf hin, dass es keinerlei Hinweise auf besondere Infektionsrisiken in zahnärztlichen Praxen und für das zahnärztliche Behandlungsteam selbst gibt.

    Demgegenüber stehen Tausende, die sich im allgemeinmedizinischen Bereich infiziert haben, besonders betroffen waren HNO und Ophthalmologie. Die chinesischen Kollegen führen die äußerst geringe Infektionsrate im zahnärztlichen Bereich auf die konsequente Umsetzung der klassischen Schutzmaßnahmen zurück.

    Vor diesem Hintergrund sind die zahnärztlichen Teams nicht die gefährdetste Gruppe und  nicht „Hotspots“ oder „Superspreader“, wie häufig behauptet wird.“

  • Anonymous

    Dazu der Virologe Drosten im Podcast:

    "Zum Teil seien Ärzte und Professoren dabei, „die irgendeinen Quatsch in die Welt setzen“, ohne je zu den Themen gearbeitet zu haben."

    aus dem Tagesspiegel:

    https://www.tagesspiegel.de/wissen/corona-podcast-vom-ndr-drosten-kritisiert-aerzte-und-professoren-die-irgendeinen-quatsch-in-die-welt-setzen/25824466.html

  • Anonymous

    Aus der SZ:

    Nur "ein NMS pro Tag":

    "Solange wir nicht wissen, ob ein Patient infiziert ist, tun wir so, als wäre er es nicht", sagt ein Arzt

    Mehr als 20 000 Mitarbeiter aus Krankenhäusern, Arztpraxen, Rettungsdiensten oder Pflegeheimen haben sich laut RKI bislang mit dem Coronavirus angesteckt, sie stellen damit also rund elf Prozent aller Infizierten. 894 Menschen aus dem Gesundheitssektor mussten stationär behandelt werden, mindestens 60 sind bereits an Covid-19 gestorben.

    "Seit Mitte April erst weist das Robert-Koch-Institut (RKI) die Fälle bei medizinischem Personal in seinen täglichen Lageberichten detailliert aus – und fügt hinzu, dass es sich dabei nur um "Mindestangaben" handele."

    "An manchen Tagen stellen Mitarbeiter aus dem Gesundheitsbereich mehr als jeden fünften gemeldeten Corona-Fall."

    https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/coronavirus-krankenhaeuser-ansteckung-1.4911294

  • Anonymous

    Aus FAQ des DAHZ:

    "SARS-CoV-2: Welche Schutzmaßnahmen brauche ich bei symptomlosen Patienten?

    Frage:

    Patienten mit einer SARS-CoV-2-Erkrankung sind offenbar bereits vor dem Auftreten von Symptomen infektiös. Müssten bei diesen Patienten in der Zahnarztpraxis nicht die gleichen Schutzmaßnahmen ergriffen werden, wie bei nachweislich an COVID-19 erkrankten Personen, also z. B. FFP2/3-Maske?

    Antwort:

    Nach den vorliegenden epidemiologischen Daten genügt ein chirurgischer Mund- Nasen- Schutz mit Schutzbrille oder Visier zur Prävention von allen SARS-CoV-2 – Infizierten. Damit könnten diese in der routinemäßig betriebenen Zahnarztpraxis behandelt werden, ohne dass Personal in besonderem Maße zu gefährden.

    Nach den in Deutschland geltenden Vorschriften der Berufsgenossenschaften muss bei bekannten SARS-CoV-2 – Infizierten aber eine FFP 2/3- Maske getragen werden. Diese ist in den Schwerpunktpraxen Routineausstattung. Daher gibt es die Empfehlung zur bevorzugten Behandlung in Schwerpunktpraxen.

    Diese Empfehlung ist nicht mit der formalen Logik zu begründen, sondern mit deutschen Vorschriften und der begrenzten Verfügbarkeit von Schutzausrüstung.

    Grundsätzlich ist es aber notwendig, auf Restrisiken hinzuweisen. Der Umgang mit Risiken (Rauchen, Motorradfahren, Skiabfahrt, Infektionsrisiko etc.) ist immer eine individuelle Entscheidung des Zahnarztes, die er (sie)  für sich und die Mitarbeiter der Praxis leisten muss. Diese Entscheidung kann weder von irgendeiner  Zahnärztekammer noch vom DAHZ vorgenommen werden. Wir können nur helfen, die Risiken besser einzuschätzen.

    Ein solches Restrisiko einer Infektion besteht immer bei Einsatz von Verfahren, die Aerosole bilden, z.B. wassergekühlten Übertragungsinstrumenten. Auch die besten Gesichtsmasken schaffen hierbei nie einen 100%igen Schutz. Dies gilt unabhängig davon, ob es sich um mehrlagige chirurgische Masken (MNS nach DIN 14683 Typ 2) oder um FFP-Masken handelt. Es kommt vor allem auf das korrekte Anlegen, den dichten Sitz und das korrekte Ablegen an. Fehler, die hierbei gemacht werden, haben einen erheblichen Einfluss auf die Schutzwirkung.

    Das Restrisiko ist durch eine trainierte Absaugtechnik, Schutzbrille bzw. Visier weiter zu minimieren. Letztlich kann und muss jeder selbst entscheiden, welches Restrisiko bei aerosolbildenden Behandlungen eingegangen werden kann, oder ob die Patienten doch lieber eine Schwerpunktpraxis überwiesen werden sollen.

    DAHZ / Prof. Dr. Jatzwauk"

    Nicht berücksichtigt werden in diesem Statement, wie in der Präambel des DAHZ nachzulesenden ist, die Empfehlungen des RKI, denn das RKI fordert bei Umgang mit Aerosolen mindestens FFP2 oder höher – hier gibt es auch wenn behauptet – s.u. – keine Übereinstimmung mit dem RKI. 

    "Der DAHZ-Hygieneleitfaden befindet sich grundsätzlich in Übereinstimmung mit den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut sowie den berufsgenossenschaftlichen Regelwerken."

     

  • Anonymous

    Aus dem Spiegel:

    "Hinzu kommt die Umgebung. Immer mehr Daten sprechen dafür, dass die Viren nicht nur über Tröpfchen, sondern auch über Aerosole übertragen werden. Dabei handelt es sich um winzige Teilchen, die unter anderem beim Sprechen ausgeschieden werden, und im Gegensatz zu Tröpfchen nicht so schnell zu Boden sinken, wenn sich die Luft nicht bewegt. Um sich vor ihnen zu schützen, reicht ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht aus. Besonders hoch ist das Risiko in geschlossenen Räumen."

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/corona-virus-wie-superspreader-die-pandemie-antreiben-a-1ffb2237-36dd-40ec-ae95-40ad3de20a0d

  • Anonymous

    Laut Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege ( BGW)

    gilt  für Kosmetikerinnen:

    Aktualisiert am 20.05.2020: Wenn die Person bei gesichtsnahen Dienstleistungen, wie Hautpflege,

    Gesichtsenthaarung oder Make-up, keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen kann, tragen Beschäftigte

    immer mindestens FFP2-Masken oder Masken mit der Bezeichnung N95 und KN95, ergänzt von einer

    Schutzbrille oder einem Gesichtsschild, um sich vor Kontaktinfektionen zu schützen. Zum Schutz der

    Kunden dürfen Atemschutzmasken kein Ausatemventil enthalten.

  • Anonymous

    An welchen Orten sind besteht besondere Infektionsgefahr. Aus der Zeit: 

    https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-05/coronavirus-infektionsrisiko-gastronomie-parks-baden

  • Anonymous

    Zu Coronazeiten aus dem Mietermagazin Berlin:

    "Die Hand­werkskammer empfiehlt strengste Schutzvorkehrungen. Die Handwer­ker, die einen Noteinsatz" – z.B. Rohrbruch – "durchfüh­ren, müssen zwingend Schutzbrille, eine Atemschutzmaske der Klasse FFP 3, einen Einmal­überkittel so­ wie Latexhandschuhe tragen."

  • Anonymous

    Auch wenn der Kammervorstand den Delegierten versichert hat, dass die von ihm vermittelten Masken sicher seien, ist es schwer vorstellbar, dass der Apotheker, der die Masken der Kammer für gut befunden hat, technisch in der Lage war mittels entsprechend auch zeitaufwendigera Messungen diese zu fundiert zu bewerten. Dazu:

    "Eine sehr gute Abscheidung für alle Partikelgrößen haben die Forscher bei OP-Masken und FFP-2-Masken gemessen. Doch auch in dieser Kategorie gab es Produkte, deren Effizienz bei mittleren Partikelgrößen nur halb so gut war wie bei anderen Masken des gleichen Typs. „Ohne entsprechende Messung können diese Maskenmaterialien nicht von höherwertigen unterschieden werden“, lautet das Fazit."

    Aus:

    https://www.tagesspiegel.de/wissen/masken-visiere-kunststoffscheiben-wie-materialien-vor-einer-infektion-mit-dem-coronavirus-schuetzen/25913128.html

    • Anonymous

      Der Geschäftsführer der ZÄ-Kammer Berlin Fischdick hat in der vergangenen DV zugesagt die vom Apotheker erstellte entsprechende Expertise an die Delegierten weiterzuleiten. Bisher ist dazu nichts geschehen, so dass sich der Verdacht aufdrängen muss, dass es eine entsprechend qualifizierte Expertise gar nicht gibt, was im Umkehrschluss bedeuten kann, dass die Kollegen Masken erhalten haben, welche keine ausreichende Sicherheit darstellen können. Lässt die Kammer hier Kollegen mit dem Infektionsrisiko "Russisch Roulette" spielen? 

      • Anonymous

        Ich nehme mal an, dass Sie Mitglied der Delegiertenversammlung sind. Deshalb würde ich an Ihrer Stelle nicht warten bis er Ihnen etwas schickt. Verlangen Sie es als Delegierter schriftlich mit Frist von ihm. Ich denke, hier sind alle schon auf die Expertise gespannt.

        Bleiben Sie für uns am Ball und machen Sie weiter so!

      • Anonymous

        Schnelltest für Atemschutzmasken:

        "Das von IFA und DEKRA entwickelte Prüfverfahren soll diesen Nachweis schnell möglich machen.

        Der Prüfgrundsatz soll dabei helfen, das Angebot an Atemschutzmasken möglichst rasch zu erweitern und die sonst sehr aufwändigen Prüfungen für diese Produkte auf wenige Tage – also auf einen Bruchteil der erforderlichen Testzeit – zu verkürzen. Dabei ginge Geschwindigkeit vor hundertprozentiger Gewissheit über die notwendige Schutzwirkung."

        Aus: https://www.sifa-sibe.de/aktuelles/atemschutzmasken-ohne-ce-kennzeichnung/

        Kaum vorstellbar, dass ein einzelner Berliner Apotheker dazu in der Lage war.

  • Anonymous

    Gut recherchiert. Aber leider auch noch ein Zeichen dafür, dass Dr. Heegewald sich seine eigene schöne Welt bastelt. Es ist kaum noch zu ertragen mit welcher Arroganz und Unfähigkeit unser Berufsstand von ihm repräsentiert wird. Peinlich!

  • Anonymous

    Die Firma aukando ist über persönliche Kontakte in der Lage, bei einem Großhändler in China FFP1- und FFP2-Masken direkt zu bestellen. Eine erste Auslieferung dieser Masken an eine Berliner Apotheke wurde dort überprüft und als ordnungsmäßig bezeichnet.

    Da drängt sich die Frage auf, warum der Kammervorstand keinerlei Bedenken hat, mit einem Lieferanten, der eigentlich eher im Immobiliengeschäft und im Meckpomm Tourismus zuhause ist und es mit solchen Meldungen in die Zeitungen schafft, zusammzuarbeiten?

    • 31.03.2019 – Hamburger MoPo: Miet-Wahnsinn in St. Georg: Hier kostet der Quadratmeter 56 Euro!
    • 06.05.2019 Hamburger MoPo: Sie sollen fällige Mieten eingetrieben haben – Polizei nimmt Brutalo-Schläger fest
    • 09.05.2019 – Hamburger MoPo: Nach Abzock- und Schläger-Vorwürfen Jetzt sprechen die Hamburger „Brutalo-Vermieter“
    • 14.08.2019 – Hamburger MoPo: Urteil in Harburg: Mieter geschlagen: Bewährung für Hamburger Geldeintreiber
    • 11.03.2020 – Hamburger MoPo: Wohnung für einen Euro pro Quadratmeter – Aukandos Marketing-Masche in Hamburg
  • Anonymous

    Ist die Fa. aucando seriös wie von der ZÄ-Kammer dargestellt? Das erscheint nach den o.g. Presseberichten wenig wahrscheinlich.

    • Anonymous

       09.05.2019

      Seriös geht anders!

      H.Dohmeier-de Haan

       

      • Anonymous

        Das sind die, laut Kammer seriösen, Geschäftspartner? Mit welchen weiteren seriösen Geschäftspartnern arbeitet die Kammer sonst noch? Wen würde die Kammer unter Berücksichtigung der vorgenannten Umstände unseriös nennen???

    • Anonymous

      Es hat schon gefährliche Züge, wenn nur einige wenige im Kammervorstand entscheiden können was "seriös" ist. Heegewaldt hat für sich in der Coronakrise die Rolle des jovialen Onkels entdeckt, der seine "Schützlinge" beruhigt indem er Ihnen schöne Geschichten erzählt und eine Kultur des Verheimlichens fördert.

      • Anonymous

        Aus der Presse s.o.:

        Polizeibekannt ist Cedric Siebert übrigens schon länger: Als Hotel-Angestellter soll er sich regelmäßig an den Einnahmen bedient haben. 2014 wurde er dafür verurteilt.

        Der Kammergeschäftsführer Fischdick hat den Delegierten dazu erklärt, dass es keine Verurteilung gab … warum hat er das getan?

        Dieser Cederic Siebert ist in den Augen der Kammer seriös – die Buchhalterin im PPI, die sich ebenfalls bedient hat nicht … das ist in keiner Form nachvollziehbar. Welche Maßstäbe legt der Kammervorstand hier an?

        • Anonymous

          Die Berliner Zahnärztekammer hält es halt mit Pipi Langstrumpf – sie macht sich die Welt wie sie ihr gefällt – das Schlimme daran ist, dass der Kammervorstand einschließlich seines Geschäftsführers seiner Aufgabe zur objektiven Berichterstattung nicht nachkommt, sondern ganz offensichtlich manipulativ tätig ist. Da muss jedes Zwangsmitglied der Kammer sich fragen dürfen zu wessen Vorteil diese Manipulationen geschehen.

        • Anonymous

          Nur mal zur Erinnerung: Dr. Fischdick ist auch nur ein einfacher Angestellter der Zahnärztekammer. Natürlich ist er gegenüber seinem Arbeitgeber verpflichtet. Auch wenn Dr. Heegewaldt nur durch Unfähigkeit glänzt, muss Dr. Fischdick dies natürlich immer positiv darstellen. Täte er dies nicht, wäre er seinen Angestelltenjob wohl bald los. Die Delegiertenversammlung als oberste Aufsicht über die Zahnärztekammer Berlin ist sowieso seit Jahren nur noch ein potemkisches Dorf.

          • Anonymous

            Unfähigkeit hin oder her – ein Gewissen sollte jeder in einer Position einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes haben und wenn Vorgaben nicht mehr mit dem eigenen Gewissen zu vertreten sind gibt es genügend Wege dieses zu ändern, aber auch diese Möglichkeiten scheinen, warum auch immer, nicht genutzt zu werden. Ein Gewissen ist in der Kammer schon lange nicht mehr erkennbar – es erscheint eher Willkür mit System zu sein.

          • Anonymous

            Potemkinsches Dorf, ja so kann man es auch bezeichnen, insbesondere die Delegierten des Verbandes der Zahnärzte und des Freien Verbandes tragen auch die höchste Intranzparenz in der Kammer kritiklos, teilweise selbst gegen berechtigte Fragen pöbelnd, mit und "legalisieren" den Vorstand in Abstimmumgen. Statt Auskunft zu geben kann sich der Kammervorstand bequem hinter seinen Delegierten verstecken. Dises Verhalten seitens der Delegierten aus Verband und Freiem Verband konterkariert jegliche Form einer Kontrolle des Kammervorstandes. Gleichzeitig gibt es das Protokollmonopol des Vorstandes, so wird das Protokoll einer jeden DV nur vorstandsgenehm aus dem Vorstandsbüro selbst geschrieben. Einsprüche gegen das Protokoll werden jeweils vom Vorstand selbst behandelt und in der Regel abschlägig beschieden. In der äußeren Darstellung bleibt so alles ganz im Sinne des Vorstandes "schick".

        • Anonymous

          Der Kammergeschäftsführer Fischdick hat in gleicher DV auch erklärt, dass die von der Kammer empfohlenen Masken CE zertifiziert sind und ihm das Zertifikat vorgelegen hat – warum leitet er dieses bis zum heutigen Tage denn dann nicht an die nachfragenden Delegierten weiter? Auch hier drängt sich insbesondere aufgrund des zeitlichen Verlaufes massiv der Verdacht auf, dass es dieses CE Zertifikat überhaupt nicht gibt.

          • Anonymous

            Dazu das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte:

            Was ist beim Inverkehrbringen zu beachten? Welche Regelungen gelten?

            Um FFP-Masken rechtmäßig in Europa in den Verkehr zu bringen, muss für diese ein Konformitätsbewertungsverfahren gemäß PSA-Verordnung (EU) 2016/425 mit einer Benannten Stelle und einer Baumusterprüfung durchgeführt werden. Sie müssen dazu die Anforderungen der Norm DIN EN 149:2001-10 „Atemschutzgeräte – Filtrierende Halbmasken zum Schutz gegen Partikeln – Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung“ erfüllen. Nur dann dürfen die Masken nach PSA-Verordnung CE-gekennzeichnet werden und sind in Europa frei verkehrsfähig.

            Zuständig für das rechtmäßige Inverkehrbringen von PSA in Deutschland sind die fachlich und örtlich zuständigen Behörden. Auf der Homepage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) finden Sie weitere Informationen, z.B. zum Inverkehrbringen und zu anderen Standards: https://www.baua.de/coronavirus. Aktuelle, dem durch die Pandemie verursachten Versorgungsmangel Rechnung tragende Hinweise zu vereinfachten Prüfmöglichkeiten für FFP-Masken und zu Prüfstellen sowie weiterführende Informationen finden Sie bei der Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS): http://www.zls-muenchen.de/aktuell/index.htm#2019

            Abweichend von der o.g. Einordnung können FFP-Masken in Ausnahmefällen auch gem. § 2 Abs. 4a des Medizinproduktegesetzes (MPG) als Medizinprodukte im Verkehr sein, wenn sie nicht über ein Ausatemventil verfügen (die Luft also beim Ein- und Ausatmen gefiltert wird), vom Hersteller mit medizinischer Zweckbestimmung gemäß § 3 Abs. 1 MPG in Verkehr gebracht werden und das BfArM in der aktuellen Bedarfssituation auf Basis einschlägiger Sicherheits- und Leistungsnachweise eine entsprechende Sonderzulassung nach § 11 Abs. 1 MPGerteilt hat.

            Hinweise für Importeure und Vertreiber

            Wenn Sie bereits in Deutschland ansässiger Importeur oder Vertreiber für Medizinprodukte sind, reicht die CE-Kennzeichnung der Produkte oder die Sonderzulassung gemäß § 11 Abs. 1 MPG aus, um die Medizinprodukte in Deutschland vertreiben zu dürfen.

            Sind Sie bisher nicht als Importeur oder Vertreiber von Medizinprodukten in Deutschland registriert, müssen Sie dies gemäß § 25 Abs. 1 MPG bzw. §§ 2 und 3 der Verordnung über das datenbank¬gestützte Informationssystem über Medizinprodukte des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI-Verordnung – DIMDIV) anzeigen. Die Anzeige erfolgt elektronisch auf der DIMDI-Website. Das DIMDI leitet die Anzeige an die zuständige Landesbehörde zur Registrierung weiter. Für die Registrierung müssen sie zuerst einen Usercode für das DIMDI erhalten. Die Anmeldung erfolgt über folgenden Link: https://www.dimdi.de/dynamic/de/medizinprodukte/

            Erst nach der Registrierung sind Sie befugt, Medizinprodukte in Deutschland zu vertreiben.

            Aus: https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Medizinprodukte/DE/schutzmasken_sonderzualssung.html

            Wurde Aukando als Vertreiber für Medizinprodukte in Deutschland registriert? Das hat unsere seriöse Kammer sicher überprüft, davon war in der DV jedoch nicht die Rede!

             

  • Anonymous

    "Noch drei Stunden nach der Freisetzung des Virusnebels ließen sich immer noch Tausende Viruspartikel in einem Liter Luft nachweisen. Und die Viren blieben hochinfektiös, wie an Zellkulturen gezeigt werden konnte."

    Aus: Die Gefahr, die aus dem Nebel kommt – https://www.tagesspiegel.de/wissen/aerosole-in-coronavirus-hotspots-die-gefahr-die-aus-dem-nebel-kommt/25950770.html

  • Anonymous

    Am 23.06.2020 habe ich eine Anfrage an die BZÄK und das Institut der Deutschen Zahnärzte geschickt. Das IDZ hat die Standardvorgaben für die Corona-Zeit heraus gegeben:

    Sehr geehrte Damen und Herren 

    Seit einiger Zeit verfolge ich die Entwicklung Ihres Handouts recht kritisch. Die Aufgabe ist sicher schwierig, da einen vernünftigen Weg zu finden. 
    Die Diagnostik, Verdachtsfall oder prä- oder asymptomatische Erkrankung Covid-19, ist eigentlich überhaupt nicht zu treffen. Bei anderen Infektionskrankheiten, wie z.B. HIV, hatte sich recht schnell der präventive Ansatz durchgesetzt: Jeder Patient wird als infektiös betrachtet, und daraus resultieren die entsprechenden Hygienemaßnahmen für alle Patienten. Das war sicherlich die Grundlage für die erfolgreiche Hygiene in den deutschen Zahnarztpraxen. 

    Bei Covid-19 ist nun ein völlig anderer Übertragungsweg hinzugekommen, nämlich durch die Luft. Hier wäre es aus präventiven Gesichtspunkten, gerade auch durch das Diagnostik-Dilemma, sinnvoll, den Übertragungsweg von Behandler auf Patient, und umgekehrt, möglichst effizient zu unterbinden. Hier empfehlen Sie jedoch den normalen MNS, wo inzwischen jedes Kind weiß, daß die Selbstschutzwirkung, wegen des Face-Leakage, nicht optimal sein kann. Mögliche Rechtfertigungen durch Empfehlungen des Arbeitskreis für Hygiene in der Zahnmedizin (DAHZ) entsprechen kaum wissenschaftlichen Standards. Im wesentlichen wird dort behauptet, daß die Wirksamkeit von MNS und FFP2 gleichwertig sind. Als wissenschaftliche Vertretung der Deutschen Zahnärzteschaft bitte ich Sie, die Argumentation nicht zu übernehmen. Alles andere halte ich für fahrlässig. Beim kritisierten Atemwiderstand besteht allerdings sicherlich Verbesserungspotential. 

    Wie könnte also eine wissenschaftliche Herangehensweise aussehen, wie kann die Wissenschaft helfen? 
    Abgesehen von den biologischen Fragestellungen (Aerosol/Tröpfen, wieviel, wie groß, usw.) sollten zunächst die physikalischen Grundlagen des „Luftaustauschs“ zwischen Behandler und Patient erforscht werden. Hierbei ist das besondere Setting in der Zahnmedizin zu berücksichtigen, Behandler in 25cm Entfernung über dem Patientenkopf; weltweit bisher nicht untersucht. Zu vermuten ist leider, daß bei dem MNS, mit generell schlechter Randabdichtung, die Aerosole/Tröpfchen den Weg von einem ggf. infiziertem Behandler zum Patientenmund sehr gut finden. Hier ist der Patientenschutz also sehr gefährdet. Der umgekehrte Weg ist ebenfalls sehr plausibel, und wirft gerade auch bei Angestellten arbeitsrechtliche Probleme auf. 

    Zu dieser ganzen Problematik haben gerade an TU-Berlin Grundlagenforschungen begonnen. Der Leiter ist Prof. Dr. O. Paschereit, Fachbereich Experimentelle Strömungsmechanik. Die bisherigen Untersuchen beziehen sich zur Zeit noch auf Masken allgemein und Ausbreitung von Aerosolen im Raum (Link unten). Insgesamt ist das Institut durch know-how und Equipment sehr gut in der Lage, die zahnmedizinischen Belange sehr gut zu untersuchen, und auch Verbesserungsmöglichkeiten anzubieten. Die aufzubringenden Forschungsmittel scheinen sich in einem vertretbaren Rahmen zu halten. Hierdurch kann die Zahnmedizin wieder den Weg zu einer wissenschaftsorientierten Medizin finden, weg von aus der Not geborenen Stellungnahmen und Empfehlungen. 

    Viele Grüße 
    Peter Jurkat 

    https://www.pressestelle.tu-berlin.de/menue/tub_medien/publikationen/medieninformationen/2020/april_2020/medieninformation_nr_702020/ 

  • Anonymous

    …und hier die Antwort des IDZ:

    Sehr geehrter Herr Jurkat, 

    wir beobachten die nationale und internationale Datenlage zum Thema kontinuierlich und intensiv. 
    Die Erarbeitung unserer Empfehlungen für die zahnärztliche Behandlung erfolgt in Abstimmung mit entsprechenden Bundesorganisationen. Bis dato liegen uns keine Daten darüber vor, dass es mit den empfohlenen Maßnahmen zu ungewöhnlichen Infektionsausbrüchen in Zahnarztpraxen gekommen ist; insofern erscheint mir Ihre Konstruktion aus den zurückliegenden E-Mails bis dato theoretisch. 
    Für zukünftige Rückfragen oder Anregungen darf ich Sie freundlich bitten, sich an die Bundeszahnärztekammer zu wenden, die in allen Fragen der zahnärztlichen Berufsausübung und Hygiene zuständig ist. 

    Mit freundlichen Grüßen 
    Rainer Jordan 
    – – – 

    Prof. Dr. A. Rainer Jordan 
    Wissenschaftlicher Direktor 

    Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) 
    Universitätsstraße 73 
    D-50931 Köln 

  • Anonymous

    Bis dato liegen uns keine Daten darüber vor, dass es mit den empfohlenen Maßnahmen zu ungewöhnlichen Infektionsausbrüchen in Zahnarztpraxen gekommen ist

    Können wohl auch nicht. Denn in Deutschland ist die Pandemie noch gar nicht so weit verbreitet. dass sie auch in den ZA Praxen angekommen ist. In Berlin gibt es bei 3,8 Millionen Einwohner und bisher (Stand 30.06.2020) erst 8242 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus, davon sind lediglich 106 akut erkrankt und davon müssen 33 intensivmedizinisch betreut werden. Und so wundert es nicht, dass in Berlin bis zu letzten DV nur eine einzige ZA Praxis betroffen war.

    Ob in den weltweit am stärksten betroffenen Gebieten überhaupt jemand die Zeit finden, das Risiko "ZAPraxis" überhaupt in den Fokus zu rücken, ist doch fraglich. Das dort jedoch auch Ärzte erkrankt und verstorben sind, ist bekannt. Im Laufe der Zeit wird es irgendwann dann sicherlich auch ZA treffen.

     

    • Anonymous

      Mindestens drei Berliner Zahnarztpraxen waren bisher betroffen, da es jedoch – warum auch immer – keine Meldungen seitens der Senatsverwaltung an KZV bzw. Kammer gab gibt es in den Körperschaften keine Zahlen. Die Annahme, dass ZA-Praxen bisher von Covid 19 nicht betroffen sind, ist defacto falsch.

      • Anonymous

        DV Stand 28.05.2020: Die ZÄK Berlin hatte bei der bei allen bezirklichen Gesundheitsämtern in Berlin nachgefragt. Von den Gesundheitsämtern wurde wegen Corona bis dahin keine einzige Praxis geschlossen.

        Bei einem Gesundheitsamt war aber bekannt, dass eine Praxis zwar nicht durch das Amt geschlossen wurde, sich ein Praxisinhaber aber selbst in Quarantäne begeben hat.

        Aber egal ob keine, einer oder drei. Aus dem Verhältnis Einwohneranzahl ( 3.669.491), bisher Erkrankte (8.301) und Praxenanzahl ergibt sich doch, dass in Berlin bisher wohl nur wenig infizierte Patienten überhaupt auf einem ZAStuhl gesessen haben. Von daher ist die Pandemie bisher zum Glück noch gar nicht in den Praxen angekommen.

        Denn an einem nicht infizierten Patienten können sich auch keine Behandelnden anstecken.

        Daraus kann nicht abgeleitet werden, dass Schutzmaßnahmen, wie etwa MNS bei der direkten Behandlung, ausreichend sind, denn die Praxen unterlagen ja noch gar keinem Corona-Bombardement. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Fall auch niemals eintritt.