KZV Berlin: Informationen zum Umgang mit dem Coronavirus

Rundmail der KZV Berlin vom 16.03.2020:

Informationen zum Umgang mit dem Coronavirus

Sehr geehrte(r) Herr/Frau…..,

aus aktuellem Anlass hat der Vorstand der KZV Berlin Maßnahmen ergriffen, um einer weiteren Ausbreitung von Infektionen mit dem Coronavirus entgegenzuwirken. Diese Maßnahmen betreffen zunächst den Zeitraum bis zum 19.04.2020.

  • Sämtliche Veranstaltungen wie Seminare, Workshops, Sitzungen, die im Zahnärztehaus geplant waren, sind abgesagt.
    Dies betrifft auch die Vertreterversammlung – nach Abstimmung mit dem VV-Vorsitzenden – am 30.03.2020.
  • Die Patientenberatung erfolgt ausschließlich telefonisch, d.h. persönliche Beratungen werden ebenfalls abgesagt.
  • Ab sofort arbeitet die KZV Berlin mit einem reduzierten Personalbestand, um auf diese Weise das Infektionsrisiko auch innerhalb der KZV Berlin zu verringern.
  • Die Bereitstellung von Desinfektionsmittel und Schutzmasken und –kleidung zählt nicht zu den hoheitlichen Aufgaben einer KZV. Insofern war es uns leider nicht möglich, über den Dentalhandel einen gewissen Bestand abzufordern.
  • Unsere Körperschaften auf Bundesebene sind hierzu allerdings mit der Politik im intensiven Austausch.
  • Die Vorgaben zum Ersatzverfahren werden gelockert. Bei Bestandspatienten kann so eine telefonische Beratung/Videokonferenz erfolgen, ohne die eGK einlesen zu müssen.
  • Sofern Sie Ihre Praxis schließen, informieren Sie bitte unbedingt die Abteilung Zulassung per E-Mail zulassung@kzv-berlin.de.
  • Eine kurze Meldung, dass Sie ab sofort schließen, ist ausreichend. Sobald Sie Ihre Praxis wieder öffnen, informieren Sie die Zulassung erneut.
  • Unter Abwägung aller Interessen sowie unter Berücksichtigung der Hygienevorgaben sollte in Betracht gezogen werden, die Praxis lediglich für ca. 2 Stunden am Tag für die Versorgung von Schmerzpatienten zu öffnen bzw. das Telefon zu besetzen. In diesen Fällen aktualisieren Sie bitte die eingeschränkten Sprechzeiten eigenständig im Serviceportal der KZV Berlin.
  • Bei Mehrbehandler-Praxen wäre zu überlegen, ob die Behandler im wöchentlichen Austausch in der Praxis erscheinen.
  • Grundsätzlich bitten wir Sie, Behandlungen auf das Wesentliche zu reduzieren und keine aufwendigen Zahnersatz-Behandlungen zu beginnen, sondern lediglich laufende Behandlungen zeitnah abzuschließen.
  • Bei einer möglichen Regelung zur Kurzarbeit setzen Sie sich bitte mit Ihrem Steuerberater in Verbindung.

Selbstverständlich bleiben sowohl der Vorstand als auch die Mitarbeiter der KZV Berlin für Sie telefonisch erreichbar. Eine Kontaktaufnahme kann über unsere Zentrale und in Angelegenheiten des Vorstandes über das Vorstandssekretariat erfolgen. Die Arbeitsfähigkeit der Körperschaft ist also weiterhin sichergestellt, dennoch bitten wir Sie ausdrücklich, nur in relevanten, dringenden Fällen hiervon Gebrauch zu machen.

Für Ihr Verständnis bedanken wir uns. Diese Krise kann von uns nur gemeinsam und mit gegenseitiger Unterstützung gemeistert werden. In dieser außerordentlichen Situation müssen wir uns konsequent unseren Aufgaben zuwenden und die Arbeitsfähigkeit Ihrer KZV sicherstellen.

Diese Informationen sowie weitere Verlinkung zu anderen Institutionen finden Sie auch auf unserer Website unter dem Webcode: W00468.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen
Dr. Jörg Meyer
Dipl.-Stom. Karsten Geist
Dr. Jörg-Peter Husemann

10 Kommentare

  • Anonymous

    Diese "Informationen" der KZV Berlin erscheinen, insbesondere bei dem Blick über den "Tellerrand", nur von geringer Entscheidungshilfe für die Berliner Kollegen in den Praxen.

    Deutlich besser: http://www.kzvbw.de/site/binaries/content/assets/offener-bereich/presse/weitere-infos/2020-03-18_kzvbw_faq_coronavirus.pdf

  • Anonymous

    KZV Berlin, Sonderrundschreiben vom 18.03.2020:

    Da sich die derzeitige Situation sehr dynamisch entwickelt, bewerten wir die Sachlage täglich neu. Unser Informationskatalog an Sie berücksichtigt sowohl Fragen, die von Zahnarztpraxen an uns gerichtet wurden, als auch Maßnahmen, die die KZV Berlin ergriffen hat, um das Infektionsrisiko zu reduzieren.

    Sicherstellung der zahnmedizinischen Versorgung in Berlin

    Unsere Aufgabe ist es, die vertragszahnärztliche Versorgung aufrechtzuhalten. Grundsätzlich ist jede Praxis für ihre Patienten verantwortlich und stellt deren zahnmedizinische Versorgung sicher.

    Wir empfehlen nach wie vor, 

    • dass jede Praxis abwägt, inwiefern ein Praxisbetrieb unter Berücksichtigung der Sicherheit aller Beteiligten möglich ist.
    • unnötige Patientenkontakte auf ein Mindestmaß zu reduzieren und damit Infektionsketten zu minimieren.
    • einen sorgfältigen Umgang mit Ressourcen, sodass eine Notversorgung von Schmerzpatienten langfristig sichergestellt ist.

    Aber: Sie sind in Abstimmung mit Ihren Patienten letztlich die zahnmedizinischen Entscheidungsträger.

  • Uwe Gerber

    Mitteilung der KZV Berlin:

    23.03.2020
    Ausstattung der Vertragszahnärzteschaft mit zentral beschaffter Schutzausrüstung

    KZBV und BZÄK stehen im intensiven Austausch mit der Politik, Lieferungen mit Schutzausrüstung wie Mund-Nasen-Schutz (OP-Masken) und FFP2/FFP3 Masken, Schutzbrillen und Schutzkitteln zu erhalten. Ob und wann eine Lieferung eintrifft sowie welchen Umfang diese hat, kann niemand sagen.
    Sobald wir verlässliche Informationen haben, geben wir Ihnen Bescheid.

  • Anonymous

    "Ob und wann eine Lieferung eintrifft sowie welchen Umfang diese hat, kann niemand sagen.
    Sobald wir verlässliche Informationen haben, geben wir Ihnen Bescheid."

    Erinnert an Kafkas »Gibs auf, gibs auf«. Die KV Berlin hat zumindest schon mal 8.000 Schutzmasken erhalten.

  • Anonymous

    Das Entscheidende bei der Coronasituation ist, dass insbesondere nach den Berichten aus China, Italien und Spanien, und in Anbetracht, mit Stand heute, der inzwischen fast 30.000 Infizierten in Deutschland, bei einer Dunkelziffer "Symptomloser", je nach Schätzung mit dem Faktor von 4 bis 10, zwischen 120.000 bis 300.000 Personen, bei weiterhin exponentiell steigenden Zahlen, schon lange eine Veränderung in der Gefährdungsbeurteilung in den Praxen hätte stattfinden müssen.  

    Wenn der einzelne Kollege aus seiner persönlichen Situation heraus dazu nicht den Überblick hat, so liegt es doch in der orginären Verantwortung unserer Standesvertretungen – diese sollten eigentlich den Überblick haben – diese dramatische Veränderung darzustellen und zum Schutze der Mitarbeiter, Patienten und Kollegen, welche größtenteils mit Schutzausrüstungen, welche den aktuellen Gegebenheiten in keiner Form mehr gerecht werden, arbeiten sollen, sich vehement dafür einzusetzen bzw. zu veranlassen, dass diese für Mitarbeiter, Patienten und Behandler lebensbedrohliche Arbeitsweise unmittelbar eingestellt wird.

    Die Ausrüstung mit FFP2 bzw. FFP3 Masken ist sicher eine Verbesserung des Infektionsschutzes erscheint jedoch insbesondere nach den Erfahrungen aus China für die Coronainfektionsprävention immer noch nicht ausreichend, was sich an der Zahl dort infizierter und leider auch verstorbener HNO-, Augen- und Zahnärzten nachweisen lässt. 

    Stattdessen berufen sich unsere Standesfürsten auf Paragraphen oder erteilen in Bezug auf eine Coronainfektionsprävention völlig untaugliche Ratschläge für das Wie einer Weiterbehandlung. Offensichtlich haben die Standesoberen, wie man in Berlin so schön sagt, "den Schuss nicht gehört".

    Liebe Kollegen, Überleben ist wichtiger als eine vorübergehende finazielle Delle, diese ließe sich, mit der Solidarität unseres Standes ausgleichen. Diese Solidarität seitens unserer Standesvertreter erscheint mir jedoch mehr als fraglich. Die von dort propagierten Durchhalteparolen werden zu mehr Infektionen und damit verbunden mehr an Leid für alle Betroffenen führen. Der Coronasituation angemessene Konzepte seitens unserer Standesvertretungen fehlen völlig.

    • Anonymous

      Vom Glauben an unsere Standesvertreter bleibt immer weniger übrig – die Selbstgefälligkeit ist schon seit langer Zeit, koste es was es wolle, zum eigenen Vorteil, http://iuzb.de/?p=29085 auffällig.

       

  • Uwe Gerber

    Berliner Zeitung: KV Berlin: "Wir sind mehr als besorgt über das Desinteresse des Senats“

    Was fordern Sie denn vom Senat?

    Wir haben keine Forderungen mehr, weil sie ohnehin nicht erfüllt werden. Wir machen jetzt unser Ding, um die Beschaffung kümmern wir uns seit Wochen selbst. Das hätten wir auch nie gedacht, aber wir sind zu einem Großhandelsvertrieb für Schutzausrüstung geworden.

    Wer kriegt diese Ware zuerst?

    Die, die es am dringendsten brauchen. Das sind die Dialysepraxen, danach die pulmologischen Praxen, also die Lungenfachärzte. Dann folgen Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, dann die Hausärzte, dann die Kinderärzte.

    ______

    Berlins Gesundheitssenatorin ebenfalls in der Berliner Zeitung 3 Tage zuvor:

    Die KV fordert auf, „unverzüglich ein Maßnahmenpaket aufzusetzen, um den drohenden Zusammenbruch der medizinischen Versorgung in Berlin noch zu verhindern“. Haben sie die niedergelassenen Ärzte vergessen?

    Der Zustand, über den sich die KV gerade beklagt, ist ein internationaler Zustand. Die Beschaffung von Schutzkleidung ist auf Bundes- wie auf Landesebene schwierig. Und der Markt ist zurzeit alles andere als seriös. Deswegen hat der Bund eine zentrale Beschaffung auf den Weg gebracht, wofür ich sehr dankbar bin. Das Bundesgesundheitsministerium hat uns zugesichert, dass die Kassenärztliche Vereinigung durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung die persönliche Schutzausrüstung bekommt. Darauf verlasse ich mich. Über diesen Weg werden auch die Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder versorgt.