Weil nicht sein kann, was nicht sein darf?

Die Zahnärzte waren es nicht, die Dentisten sind’s gewesen!

Zu dem Artikel in der FAZ vom 28.11.2019 „Fest an Hitlers Seite“ erschien am 27.12. in der gleichen Zeitung folgender Leserbrief:

  •  Die deut­sche Zahn­ärz­te­schaft will (nach acht­zig Jah­ren) ih­re brau­ne Ver­gan­gen­heit auf­ar­bei­ten. Be­züg­lich der Ver­stri­ckung in das NS-Re­gime wird in dem Bei­trag nicht be­rück­sich­tigt, dass die aka­de­mi­sche Ho­mo­ge­ni­tät der Ärz­te­schaft, die hier auch den Zahn­ärz­ten un­ter­stellt wird, in der brau­nen Ver­gan­gen­heit nicht ge­ge­ben war. Der Be­ruf des Zahn­arz­tes wur­de, von Aus­nah­men ab­ge­se­hen, in die­ser Zeit über­wie­gend vom Den­tis­ten, ei­nem Hand­wer­ker, wahr­ge­nom­men. Den­tist war ein Lehr­be­ruf. Kon­se­quen­ter­wei­se gab es ei­nen Reichsdentistenführer und ab 1940 einen Lei­ter der Kas­sen­den­tis­ti­schen Ver­ei­ni­gung Deutsch­lands. 1952 wur­de in der Bun­des­re­pu­blik die Den­tis­ten­aus­bil­dung ab­ge­schafft, und Elemente der Aus­bil­dung wur­den in die uni­ver­si­tä­re zahn­me­di­zi­ni­sche Aus­bil­dung ein­be­zo­gen. Burk­hard Bres­lau­er, Han­no­ver

Und wieder einmal wird die Geschichte nur zur Hälfte erzählt!

  • In der Zeit des Nationalsozialismus war SA-Oberführer Fritz Blumenstein, (1898–1993) Reichsdentistenführer und ab 1940 Leiter der Kassendentistischen Vereinigung Deutschlands.[5] Der „Reichsverband Deutscher Dentisten“ zeigte im „Dritten Reich“ eine große Bereitschaft, sich dem NS-Regime berufspolitisch anzudienen, um die (von der organisierten Zahnärzteschaft angefochtene) Marktposition der dentistischen Zahnbehandler zu verteidigen.[6]
  • Ernst Stuck (* 19. Dezember 1893 in Grünhain; † 20. November 1974 in Krefeld) war ein deutscher Zahnarzt. Während der Zeit des Nationalsozialismus war er Reichszahnärzteführer und hatte Einfluss auf die Gleichschaltung der Zahnärzteschaft und ihrer Organisationen sowie die Durchsetzung der nationalsozialistischen Ideologie.

 

 

Dr. Helmut Dohmeier-de Haan

 

 

 

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