Versorgungswerk der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein weiterhin in der Kritik

Berliner Zeitung, 22.03.2019:

Berliner Kurier, 22. und 23.03.2019

rbb Abendschau, 23.03.2019

  • Mietsteigerung auf 300 Prozent: Wie sich ein Friedrichshainer Haus zur Wehr setzt – Filmbeitrag (ab 15. Minute) und Text

Vorhergehend:

Teure Modernisierung: Wie Zahnärzte in Berlin die Mieten hochtreiben

2 Kommentare

  • Uwe Gerber

    "Flagge zeigen" oder "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu."

    Berliner Zeitung:

    "Geschäftsführer des Versorgungswerks Bruno Geiger. … wimmelt ab. „Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein äußert sich inhaltlich grundsätzlich nicht zu seinen Investitionen“, schreibt er in seiner Antwort. Auf Anfrage der Berliner Zeitung erläuterte Geiger am Beispiel der Lenbachstraße, dass das Versorgungswerk nicht als Eigentümer an der Immobilie beteiligt sei. Die Immobilie gehöre vielmehr einer Kommanditgesellschaft, an der das Versorgungswerk beteiligt sei. Nach dem Handelsgesetzbuch werde eine Kommanditgesellschaft im Rechtsverkehr durch die persönlich haftende Gesellschafterin vertreten. Das heiße: Keiner der Kommanditisten habe einen Einfluss auf die Durchführung der Geschäfte der Gesellschaft. „Das Versorgungswerk kann demzufolge keinen Einfluss auf die Gestaltung der Mietverhältnisse geltend machen“, sagt Geiger."

    Aber gerade ein Versorgungswerk – als gesetzliche Pflichtversicherung ! – sollte bei seiner Anlagepolitik auch nach ethischen Grundsätzen verfahren und sich seine Geschäftspartner entsprechend sorgfältig auswählen! Mit dieser Aussage versucht der Geschäftsführer des Versorgungswerkes der Zahnärztekammer SH daher billig seinen Arbeitgeber aus der technischen Verantwortung zu ziehen. Aber möglicherweise ist ein angestellter Geschäftsführer für Fragen der ethischen Verantwortung auch die falsche Person. Hier stehen die Zahnärzte des Verwaltungsausschusses und des dortigen Aufsichtsausschusses, bzw., als allerhöchster Repräsentant der Zahnärzte in Schleswig-Holstein, Kammerpräsident Herr Dr. Michael Brandt in Verantwortung.

    Wenn sich bereits mit Frau Gottwald eine Abgeordnete des Berliner Abgeordnetenhauses und mit Frau Bayram eine Abgeordnete des Deutschen Bundestages damit beschäftigt, ist es daher höchste Zeit für den Kammerpräsidenten, sich (wenigstens intern) der Sache anzunehmen.

    (Nebenbei: Frau Bayram hat sich übrigens an den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags mit der Fragestellung gewandt, ob Vergesellschaftung eines privatwirtschaftlichen Wohnungsunternehmens nach Art. 15 GG möglich ist, mehr dazu hier und hier das Gutachten.)

    Jetzt haben wir leider einen Fall, der den Ruf sämtlicher Versorgungswerke zu beschädigen droht – und das wegen ein paar Promille mehr Rendite!

    Dabei passt dies eigentlich gar nicht zum Selbstbild:

    1. Die Zahnärzteschaft in SH verfügt über einen Ehrenkodex. Siehe ZÄB 01/2015 ("Flagge zeigen!") und 05/2015 ("Eine positive Botschaft hat der Kammerpräsident: Dass längst mehr als zwei Drittel aller Zahnärztinnen und Zahnärzte im Land den bei der November-Versammlung einmütig beschlossenen Ehrenkodex unterzeichnet haben, „ist sensationell“.)
    2. Im ZÄB 01-2019 steht der Kurzbericht des Versorgungswerkes für das Geschäftsjahr 2017. Dort beklagt sich das Versorgungswerk über "dubiose Finanzwetten von Kommunen und Bundesländern".
    3. Im ZÄB 12/2018 finde sich der Artikel "Geschlossen gegen ZMVZ in Investorenhand". Hier geht es eigentlich um nichts anderes als um die Furcht der Zahnärzteschaft vor "Verdrängung".

    Die goldene Regel der praktischen Ethik lautet: "Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst." oder "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu."

    Uwe Gerber

  • Uwe Gerber

    Versorgungswerk der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein reagiert auf Mieterschreiben an Zahnärzte und Berichterstattung in den Medien, Pressemitteilung vom 09.04.2019

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