BfS: Geringe Mengen Ruthenium-106 in Europa gemessen

An verschiedenen Spurenmessstellen in Europa sind zwischen dem 29.09.2017 und dem 03.10.2017 leicht erhöhte Radioaktivitätswerte in der Luft nachgewiesen worden. Unter anderem in Österreich wurden geringe Mengen an Ruthenium-106 (Ru-106) gemessen.

Die Konzentration des radioaktiven Stoffs liegt in einem sehr niedrigen Bereich von wenigen Millibecquerel pro Kubikmeter. In Deutschland wurde bisher keine erhöhte Radioaktivität gemessen. Selbst wenn in Deutschland vergleichbare Mengen an Radioaktivität gemessen würden, besteht keinerlei Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung.

Unfall in Kernkraftwerk als Ursache ausgeschlossen

Da ausschließlich Ruthenium-106 nachgewiesen wurde, kann ein Unfall in einem Kernkraftwerk als Ursache ausgeschlossen werden. Ruthenium-106 wird unter anderem als Strahlenquelle für die Krebstherapie zur Behandlung von Tumoren am Auge eingesetzt. Außerdem wird Ruthenium-106 selten in sogenannten „Radioisotope thermoelectric generators“ (RTG) verwendet, die der Stromversorgung von Satelliten dienen.

Die Herkunft des gemessenen Rutheniums-106 ist noch unbekannt. Durch Rückrechnungen der Ausbreitung von radioaktiven Stoffen in der Atmosphäre können die Gebiete eingegrenzt werden, in denen die Freisetzung erfolgt sein könnte. Diese Rückrechnungen deuten auf eine mögliche Freisetzung in Osteuropa hin.

In Deutschland wurden bisher keine Spuren von Ruthenium-106 gemessen. Das Radiologische Lagezentrum wertet jedoch permanent alle verfügbaren Messungen von radioaktiven Stoffen in der Atmosphäre aus, unter anderem in der Messstelle des BfS auf dem Schauinsland.

Nachtrag vom 04.10.2017

Erstmals hat eine Spurenmessstelle in Deutschland geringe Mengen von Ruthenium-106 registriert. Eine Messstelle des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Görlitz (Sachsen) hat in einer Probe, die zwischen dem 25.09.2017 und dem 02.10.2017 gesammelt wurde, Spuren des radioaktiven Stoffs gemessen. Die Konzentration liegt wie an den anderen europäischen Messstationen im Bereich von wenigen Millibecquerel pro Kubikmeter. Bei dieser geringen Menge an Radioaktivität besteht keinerlei Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung.

Weitere Informationen zur Messung der Radioaktivität in der Umwelt

Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz, Pressemitteilung vom 03./04.10.2017

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PS. Das hat für unsere Webseite eigentlich keine Relevanz, es ist aber vielleicht mal interessant zu wissen, dass und wo solche Radioaktivitätsinformationen abgerufen werden können.

Weiterführend:

 

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