Westfalen-Lippe: Beruf der (Zahn-)Arzthelferin ist keine Sackgasse

Gemeinsame Pressemitteilung der Ärztekammer Westfalen-Lippe
und der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe, 21.09.2009

 

Ausbildung in (Zahn-)Arztpraxen und Kliniken: attraktiv und zukunftsorientiert

 

Die Ausbildung in einer (Zahn-)Arztpraxis oder im Krankenhaus ist nach wie vor ein äußerst beliebter und attraktiver Berufseinstieg für junge Menschen. Vor allem Realschulabsolventinnen entscheiden sich dafür, Medizinische Fachangestellte oder Zahnmedizinische FachAngestellte zu werden. Bei jungen Frauen gehören diese beiden Ausbildungen alljährlich zu den beliebtesten Berufsbildern – pro Jahr wählen über zwölf Prozent der Schulabgängerinnen diesen Beruf. Trotz der Wirtschaftskrise stellen Ärzte und Zahnärzte in Westfalen-Lippe unverändert viele Ausbildungsplätze zur Verfügung. Darauf weisen die Ärztekammer Westfalen-Lippe und die Zahnärztekammer Westfalen-Lippe hin.

Bis zum Ende des Jahres 2009 werden etwa 1700 angehende Medizinische Fachangestellte (MFA) sowie 1450 Auszubildende zur Zahnmedizinischen FachAngestellten (ZFA) ihren Ausbildungsvertrag unterschrieben haben. Diese Zahlen zeigen das unveränderte Interesse der Berufsstarterinnen, in den vergangenen fünf Jahren sind die Ausbildungszahlen mit nur leichten Schwankungen konstant geblieben. Von 2000 bis 2009 wurden 18.700 Ausbildungsverträge für Medizinische Fachangestellte (früher Arzthelferin) und 14.500 Verträge für Zahnmedizinische FachAngestellte (früher Zahnarzthelferin) abgeschlossen.

Dr. med. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe und Dr. med. dent. Walter Dieckhoff, Präsident der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe, freuen sich über diese positive Entwicklung. „Ärzte- und die Zahnärzteschaft nehmen ihre Verantwortung für junge Menschen ernst. Sie bieten in ihren Praxen und auch in den Kliniken interessante, abwechslungsreiche und zukunftsorientierte Tätigkeiten. Gut ausgebildete Fachangestellte sind unverzichtbar in der Patientenversorgung. Schließlich arbeiten wir alle im Team und müssen uns aufeinander verlassen können, um die Qualität im Praxis- und Krankenhausbetrieb gewährleisten zu können.“

Auch die umfangreichen Fortbildungsmöglichkeiten, die die Ärztekammer und die Zahnärztekammer in Westfalen-Lippe anbieten, tragen zur Attraktivität des Berufsbildes bei. Medizinische Fachangestellte können sich bei der Ärztekammer zu Fachwirtinnen für ambulante Versorgung qualifizieren. Außerdem ist seit diesem Jahr die Zusatzqualifikation zur „Entlastenden Versorgungsassistentin“ (EVA) möglich. Mit diesen zusätzlichen Fähigkeiten kann die medizinische Fachangestellte selbstständig Leistungen zum Beispiel in den Bereichen Hausbesuche, Impfen und Prävention übernehmen.

Der Zahnmedizinischen FachAngestellten bieten sich bei der Zahnärztekammer gleich mehrere Möglichkeiten, beruflich aufzusteigen: Möchte sie schwerpunktmäßig im Prophylaxebereich arbeiten, kann sie sich zur ZahnMedizinischen Prophylaxeassistentin und weitergehend zur Dentalhygienikerin mit internationaler Anerkennung fortbilden. Bei Interesse für den Verwaltungsbereich einer Zahnarztpraxis kann sie die Fortbildungen zur Fachwirtin für Zahnärztliches Praxismanagement oder als Führungskraft des mittleren Managements in Einrichtungen des Gesundheitswesens zur Betriebswirtin für Management im Gesundheitswesen wählen. Die in dieser Fortbildung erworbenen Kompetenzen sind auf ein späteres Studium mit Bachelorabschluss anrechnungsfähig.

Dr. Dieckhoff: „Die Kontinuität unserer Ausbildungszahlen beweist die Attraktivität der Ausbildung zur Zahnmedizinischen FachAngestellten. Wir sind stolz, dass sich unsere Zahnarztpraxen in Westfalen-Lippe so engagiert und trotz schwieriger wirtschaftlicher Zeiten für die Zukunftsperspektiven junger Menschen engagieren.“

Dr. Windhorst: „Die Tätigkeit in der Praxis niedergelassener Ärztinnen und Ärzte oder in der Klinik ist ein außerordentlich vielfältiger und verantwortungsvoller Beruf. Die Mitarbeiterinnen sind die rechte Hand des Arztes und damit eine wichtige Bezugsperson in der Versorgung.“

 

Diese Pressemitteilung wurde u. a. medial von den Westfälischen Nachrichten mit dem Artikel „Beruf der Arzthelferin ist keine Sackgasse“ begleitet. Die ZahnÄrzte nehmen, so Dr. Martina Lösser, Sprecher der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe“, durch die Berufsausbildungen „eine gesellschaftliche Verantwortung wahr“.

Die Zahnärztekammer Westfalen Lippe ist Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Zahnmedizinischen Fachangestellten/Zahnarzthelferinnen (AAZ)“.

Ein Kommentar

  • Dieser Artikel ist recht gut beschrieben. In einer Zahnarztpraxis werden viele äußerst wichtige Behandlungen vom Zahnarzt durchgeführt. Selbstverständlich benötigt aber jeder Zahnmediziner auch hoch qualifiziertes Fachpersonal das ihm bei seinen Behandlungen behilflich ist. Da es sehr wichtig ist gesunde Zähne zu haben sollte auch jeder Mensch regelmäßig die Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen um falls notwendig noch frühzeitig eine Behandlung durchführen lassen zu können. Allerdings gibt es nicht nur für zahnmedizinische Fachangestellte viele Weiterbildungsmöglichkeiten sondern auch für die Zahnärzte selbst. Immer häufiger lassen sich Zahnärzte beispielsweise zur speziellen Behandlung von Angstpatienten oder zur Durchführung von Implantologie fortbilden und auch zertifizieren.