Frontal21: „Zahn Ärztlicher Haus Besuchs Dienst“ in der Uckermark

Frontal 21 hat am 02. Juni 2015 unter dem Titel „Dörfer kämpfen gegen Bürokratie – Veränderung statt Sterben“ über den Bevölkerungsrückgang in ländlichen Gebieten berichtet und wie Gemeinden und Bürger versuchen damit umzugehen. In der Reportage wurde als Beispiel auch über die Zahnärztin Frau Dr. Kerstin Finger aus Templin berichtet, welche in der Uckermark in Brandenburg Hausbesuche durchführt.

Doch jetzt nehmen immer mehr Landbewohner ihr Schicksal in die eigene Hand: Sie gründen selbstverwaltete Einkaufs- und Sozialzentren, schaffen mit Bürgerbussen Alternativen zum fehlenden Nahverkehr oder bringen ihre Dienstleistungen direkt zu den Menschen, wie Kerstin Finger mit ihrer mobilen Zahnarztpraxis. Doch die Zahnärztekammer sieht in dieser fahrbaren Praxis eine unzulässige Konkurrenz zu den niedergelassenen Kollegen

Hier die Filmreportage, Frau Dr. Finger erscheint ab Minute 2:10:

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Über den Einsatz von Frau Dr. Finger hatte in der Vergangenheit auch schon die rbb-Sendung PANORAMA berichtet: hier. Am 21. November 2014 wurde die Zahnarztpraxis Dr. Kerstin Finger für das Projekt „Zahnärztlicher Hausbesuchsdienst Uckermark“ von der Organisation „Deutschland – Land der Ideen“ für ihr Engagement ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Zahnärztetages in Cottbus statt. Das Zahnärzteblatt Brandenburg berichtete darüber in der Ausgabe 6/2014 auf Seite 23.

6 Kommentare

  • wie Kerstin Finger mit ihrer mobilen Zahnarztpraxis. Doch die Zahnärztekammer sieht in dieser fahrbaren Praxis eine unzulässige Konkurrenz zu den niedergelassenen Kollegen

    Am 21. November 2014 wurde die Zahnarztpraxis Dr. Kerstin Finger für das Projekt „Zahnärztlicher Hausbesuchsdienst Uckermark“ von der Organsiation “Deutschland – Land der Ideen” für ihr Engagement ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Zahnärztetages in Cottbus statt. Das Zahnärzteblatt Brandenburg berichtete darüber in der Ausgabe 6/2014 auf Seite 23.

    Und zwar am Pranger oder was habe sie beim Schreiben dabei gedacht ???

    Ach ich habe ja vergessen, in Berlin veranstaltet ja ein Verlag der ZA Tag… In Brandenburg ist das u.a. die Kammer. Im F-Beitrag kam es  übrigens so nicht vor ……..

     

     

  • Sorry da fehlt ein, n ….

  • Uwe Gerber

    Lieber Herr Herbert,

    sehr geehrter Herr Präsident,

    ich denke nicht, dass die Filmreportage die Landeszahnärztekammer Brandenburg (oder die KZV Land Brandenburg) an den Pranger stellt. Der Filmbeitrag weist auf ein Problem hin und kritisiert somit. An den "Pranger" stellen ist aber doch etwas anderes.

    Ab Minute 4:14 sagt Herr Dr. Reiner Klingholz, Leiter des Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, folgendes:

    Das ist jetzt gelungen, nach vielen Streitereien, und nach gewissen Hürden. Aber das darf sie bislang auch nur einen halben Tag in der Woche tun, weil sonst das Umherziehen wieder als berufsstandsmäßig unerlaubt gelten würde. Weil ein umherziehender Arzt natürlich den Kollegen die Kundschaft wegnehmen kann.

    Aber das ist für diese Region, über die wir hier sprechen, gar nicht angebracht, denn dort haben wir gar keine Versorgung.

    Die Filmredaktion (nicht ich) fasst das wie folgt zusammen:

    "Doch die Zahnärztekammer sieht in dieser fahrbaren Praxis eine unzulässige Konkurrenz zu den niedergelassenen Kollegen"

    Wenn Sie sich zu dieser Kritik von Herrn Dr. Klingholz äußern möchten…… bitte… sehr gerne.

    Und da Sie mich fragen, was ich mir denke: Ich verstehe nicht, weshalb Frau Dr. Finger ihren mobilen Dienst nicht so anbieten kann, wie es der Bedarf erfordert. Gestern haben Sie in einem Kommentar geschrieben, dass Sie für "Liberalität und Selbstbestimmung" stehen und gerade nicht für "Sperren und Fremdbestimmung". Dann müssten gerade Sie als Kammerpräsident sich doch für eine bedarfsorientierte Versorgung einsetzten. Oder?

    Viele Grüße

    Uwe Gerber

  • Sorry Herr Gerber, sie sind einfach schwer von c.p. .

    Dann sehe ich ihnen auch nach, dass sie es einfach nicht versehen können.

    Und zwar am Pranger oder was haben sie beim Schreiben dabei gedacht ???

    Sie brauchen sich beim schreiben auch nix mehr zu denken , geht eh schief.

    Kippen sie noch ein bisschen Content drüber , dann sieht es wenigstens keiner mehr………………………….

     

  • Uwe Gerber

    In Niedersachsen gab es von August 2013 bis Ende 2014 ein Pilotprojekt "Rollende Arztpraxis". Die RAP war an fünf Tagen pro Woche an jeweils fünf verschiedenen Orten im Einsatz (Sprechtstunden).

    KV Niedersachsen/Rollende Arztpraxis:

    Damit wurden die wesentlichen Projektziele erreicht. Gemeinsam sind die Projektpartner zu der Entscheidung gekommen, das Projekt wie vorgesehen abzuschließen. Das hat mehrere Gründe:

    – Die Ärztekammer Niedersachsen hat die Ausnahmegenehmigung für die rollende Praxis nur befristet bis zum Jahresende erteilt.
    – Vor allem aber ist die Auslastung der mobilen Praxis insgesamt noch zu gering…
    – …. dass mit dem Auslaufen des Projektes „Rollende Arztpraxis“ für den Landkreis Wolfenbüttel keine ärztliche Versorgungslücke entsteht.

    Die Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (GMDS) hat für das Projekt im September 2014 ein Zwischenfazit gezogen, hier einige Auszüge:

    Ergebnisse:
    4. Akzeptanz:
    Von 70 Hausärzten in der Projektregion konnten 16 befragt werden. Das durchschnittliche Alter der Befragten lag bei 57 Jahren.
    – Acht der 16 befragten Ärzte gaben an, dass sie in den nächsten fünf oder zehn Jahren in Ruhestand gehen ohne einen Nachfolger zu haben.
    – Die meisten Hausärzte erwarten eine bessere medizinische Versorgung durch den Einsatz der RAP und werden ihre Patienten über das Angebot informieren.
    – Vier Ärzte sehen die RAP als Konkurrenz oder gar als Gefahr für die Patienten und werden von einem Besuch abraten.
    Vorläufige Ergebnisse der laufenden Befragung behandelter Patienten zeigt, dass alle Patienten eher zufrieden oder sehr zufrieden mit der RAP insgesamt sind….  Als Gründe für den Besuch der RAP wurden hauptsächlich Folgerezeptausstellungen und akute sowie chronische Beschwerden angegeben. Nahezu alle Patienten erreichten die RAP zu Fuß.

    Diskussion:
    – Das Feedback zur Konzeption der RAP als alternative bzw. ergänzende ärztliche Versorgungsform für den ländlichen Raum ist umfassend und überwiegend positiv.
    – Die Anforderungen in Form der erwarteten Behandlungsangebote konnten komplett erfüllt werden.
    – Die Charakteristika der behandelten Patienten entsprechen den Erwartungen, so war die Mehrheit über 60 Jahre alt und deren Mobilität eingeschränkt.
    – Hausärztliche Versorgung durch eine mobile Versorgungseinheit als Ergänzung zur ambulanten medizinischen Versorgung ist möglich.

    Stellungnahmen:

    Kritiker bemängeln, dass wertvolle Behandlungszeit verschwendet werde: "Sinnvoller wäre es, die Patienten zum Beispiel mittels Fahrdienst zum Arzt zu bringen", sagte Bernd Lücke, Landeschef des Ärzteverbands Hartmannbund. Dann verbringe der Arzt nicht so viel Zeit mit langen Fahrten. Solche Patiententransporte müssten allerdings die Krankenkassen bezahlen. Er bezweifle, dass sie dazu bereit wären, so Lücke.

    Und im Vorfeld:

    „Die niedergelassenen Ärzte reagierten verhalten“, erzählt KVN-Vorstand Mark Barjenbruch. Er hofft, die Bedenken ausgeräumt zu haben: Die Patienten können bei ihrem Hausarzt bleiben, müssen aber nicht für jeden Arztbesuch den weiten Weg auf sich nehmen. Eine eigens entwickelte Software soll den Austausch zwischen den mobilen Ärzten und dem Hausarzt sicher und schnell machen.